„Dienstleistungen aus einer Hand“ ist ein Stichwort, das viele Unternehmen in der Region aus dem eigenen Geschäftsfeld kennen. Der Verein Netzwerk Westmünsterland e.V. hatte sich im Rahmen des Projektes „Starke Unternehmen – Starke Region“ vorgenommen, dieses Konzept auf den Bereich der Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen zu übertragen und für die Unternehmen der Region nutzbar zu machen. Nachdem das Projekt am 30. September 2008 nun beendet worden ist, liegen u.a. die ersten handfesten Dienstleistungsangebote zu den Themenfeldern „Demographieorientierte Personalarbeit und Leitbild“ auf dem Tisch.

Im Bereich der Ausbildung hat das Netzwerk Westmünsterland z.B. die Kompetenzen der Kreishandwerkerschaft Borken, des DRK-Bildungswerkes und des Berufsorientierungszentrums der Berufsbildungsstätte Westmünsterland verknüpft und ein Dienstleistungspaket zum Thema Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen geschnürt.

Jugendliche und Ausbildungsbetriebe werden im Laufe der i.d.R. dreijährigen Ausbildung immer öfter mit Schwierigkeiten konfrontiert, die sich manchmal zu ernstzunehmenden Konflikten auswachsen.

Das Angebot im Bereich Ausbildung wird ergänzt durch ein Beratungs- und Coachingangebot für Auszubildende sowie einen Elternratgeber.

Im Bereich der „Demographieorientierte Personalarbeit – Personalarbeit im DemograFOKUS“ wurde eine Kooperation zwischen Trägern der beruflichen Bildung im Kreis Borken initiiert. Die Netzwerkpartner Berufsbildungsstätte Westmünsterland, DRK Soziale Arbeit und Bildung gGmbH, Europäische Senioren Akademie Caritas GmbH und EWIBO GmbH haben ein regionales Dienstleistungsangebot zur Analyse und Erschließung von Potentialen demographieorientierter Personalarbeit in kleinen und mittleren Unternehmen erarbeitet. Dieses soll die Unternehmen und ihre Mitarbeiter/innen bei der Bewältigung des demographischen Wandels unterstützen.

Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Entwicklung des modularen Analyseinstruments „DemograFOKUS“: Mit diesem Instrument können Felder betrieblichen Handelns identifiziert werden, um die Personalrisiken, die mit der demographischen Entwicklung auf die Unternehmen zukommen, zu minimieren. Die Module des Analyseinstruments orientieren sich an den Handlungsfeldern eines zukunftsorientierten Personalmanagements:

· Alters- und Personalstruktur
· Kompetenzentwicklung
· Gesundheitsmanagement
· Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eines der ersten Modellunternehmen, die in den Genuss der Beratung durch das Netzwerk Westmünsterland e.V. kamen, war das Henricus Stift zu Südlohn. „Die Auswertung des DemograFOKUS zeigt uns konkrete Personalrisiken auf und weist auf die Handlungsfelder hin, in denen wir gegensteuern können. Es wurden Zukunftsthemen deutlich, auf die wir uns nun bewusst vorbereiten können“, fasst Jochen Albers, Geschäftsführer im Henricus Stift, seine gewonnenen Erkenntnisse zusammen.

Die Arbeit mit den Modellunternehmen ist in einer Dokumentation erfasst, die interessierte Unternehmen beim Netzwerk Westmünsterland e.V. oder beim AIW erhalten können.

Harald Kahlenberg