„Deutschland steckt in einer Angst- und Vertrauenskrise. Jetzt muss wieder Vertrauen geweckt werden, dann kommen wir schneller aus der Krise als andere Länder.“ Diese Ansicht vertrat der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Hartmut Schauerte (CDU), bei einem Wirtschaftsgespräch in Ahaus. Der 65-jährige Mittelstandsbeauftragte diskutierte auf Einladung des AIW, der IHK Nord Westfalen und der Kreishandwerkerschaft in der Sparkasse Westmünsterland mit gut 70 Mittelständlern.

„Wir alle sollten mit Mut und Zuversicht an der Aufgabe arbeiten, die Krise zu bewältigen“, forderte Schauerte. „Dann wird ein Stück Vertrauen wiederhergestellt“. Dabei bezog er die Banken ausdrücklich mit ein.

Es sei zugegebenermaßen schwierig, die Breite des Flusses, der überschritten werden muss, einzuschätzen. „Ich sehe den Fluss weniger breit als andere“. Die Krise sei nicht selbstgemacht, sondern von außen hereingetragen: „Eine psychologische Krise geht dann schnell zu Ende, wenn das Vertrauen wieder da ist“. Zahlreiche Branchen seien kaum oder wenig betroffen; bei 15 bis 20 Prozent der Unternehmen seien allerdings zum Teil drastische Auftragseinbrüche zu verzeichnen.

Die Bundesregierung habe mit ihren Milliarden-Programmen richtig gehandelt. Für 5670 Unternehmen stünden Bürgschaften von 4,8 Milliarden Euro bereit, die Vergabe erfolge im Sechs-Wochen-Takt. In der ersten Tranche hätte der Durchschnittswert bei 160.000 Euro gelegen: „Auch kleinere Mittelständler sollten sich nicht scheuen, nach Bürgschaften zu fragen“. Das Instrument der Kurzarbeitsverlängerung sei zudem das richtige gewesen, betonte Schauerte: „So bleiben die Leute in Arbeit“.

Der Sauerländer lobte die Leistung des Mittelstandes über den grünen Klee: „Wir haben in Deutschland 4,3 Millionen mittelständische Unternehmen, die zwischen Himmel und Hölle arbeiten – hochmotiviert, stark im Risiko. Das ist jeden Tag ein spannungsgeladenes Leben“.