„Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu oder originell und dabei nützlich oder brauchbar ist“,

so die Definition auf Wikipedia. Aber ist Kreativität eine Kompetenz, die zur beruflichen Persönlichkeitsentwicklung notwendig ist und kann man sie erlernen?

Jeder kennt solche Situation aus dem alltäglichen Berufsleben: Erfahrung und Routine reichen zur Lösung der immer komplexeren Aufgabenstellungen nicht mehr aus. Bei der Lösungsfindung ist eine stark ausgeprägte kreative Kompetenz gefordert. Verhaltensweisen, die früher beispielweise in Vertriebsschulungen vermittelt wurden und mit denen man auf jeden Kunden gleichermaßen losging, reichen schon lange nicht mehr aus. Insbesondere bei jungen Kunden stoßen sie eher auf Ablehnung. Da sind individuellere Ansätze gefragt. Oder der Konstrukteur im Maschinenbau, der erkannt hat, dass sich Geschwindigkeiten oder andere Faktoren nicht mehr steigern lassen, weil physikalische Grenzen erreicht sind.

Oft wird mit noch mehr ‚Gehirnschmalz‘ eingesetzt, um auf eine Lösung zu kommen. Meist nicht von Erfolg gekrönt. Oder man hakt das Problem einfach als unlösbar ab. Auch sehr beliebt: den Fall an die Kollegen delegieren, damit diese dann das Scheitern eingestehen müssen.

Aber man könnte auch einmal ganz andere Wege gehen. Weg von dem ausgetretenen Pfaden des Bekannten. Durch das Dornengebüsch, um eine andere Perspektive zu bekommen. Sich auf den Felsen stellen, um einen Überblick zu bekommen. Oder auf die andere Straßenseite gehen, um die Aufgabe vielleicht wirklich mal aus der Sicht des Kunden zu sehen.


PERSPEKTIVWECHSEL ist angesagt – auch wenn es schwer fällt …


Was macht diese kreativen Menschen eigentlich aus, denen der Perspektivwechsel so leicht von der Hand geht? Grundsätzlich sind sie nicht in Routinen verhaftet. Stellen alles in Frage. Immer wieder. Warum muss ich das so machen? Kann ich es nicht anders machen? Welche neuen (technischen) Möglichkeiten habe ich heute? Welche Morgen?

Nichts ist für sie so langweilig, wie Routine. Probleme sind Herausforderungen und deren Lösung macht Spaß und bringt Befriedigung. Gerade dann laufen sie zur Höchstform auf. Da wird mit anderen diskutiert, auch über Fachbereiche hinweg. Verrückte Lösungsansätze gibt es dabei nicht, denn noch so wilde Ideen können die Anregung für eine revolutionäre Entwicklung sein. Anything goes!

Natürlich gehört auch eine Menge Wissen im Fachbereich dazu. Oder eben die Fähigkeit der Kommunikation mit Fachleuten, um mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Was aber auf jeden Fall dazu gehört, ist sich frei zu machen von standardisierten Wegen, quer zu denken und andere zu begeistern.

Und sich nicht demotivieren zu lassen. „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Das funktioniert nie“ sind eher Ansporn, als Entmutigung.

Aufgeben zählt nicht. Gerade komplexe Lösungen sind meistens nicht über Nacht entwickelt. Es können Tage, Wochen oder Monate vergehen, bis sich Lösungen realisieren lassen. Aber nur weil es etwas länger dauert, wird ein Gedanke nicht einfach aufgegeben.

Wichtig ist dabei die Fähigkeit, gute Ideen auch zu erkennen, Ansätze herauszufiltern, um sie weiterzuentwickeln.


Kann man Kreativität trainieren? Darauf gibt es ein klares JA!


Dazu muss der Geist frei sein. Kreativität kann man nicht im Terminkalender mit einem 30 Minuten Termin einplanen, ganz nach dem Motto „Da bin ich kreativ“.

Aber sich ein kreatives Umfeld zu schaffen, ist schon mal ein Schritt. Ein Raum, in dem man sich wohlfühlt. Zu dem man bewusst geht, um sich eine kreative Phase zu gönnen. In dem man sich von äußeren Einflüssen wie Telefon oder Kollegen abschotten kann. Das kann auch der Spaziergang sein. Oder können Sie sich vorstellen, dass man in einer Kühlzelle kreativ denken kann?

Aber auch sich bewusst frei zu machen in seinen Gedanken. Nicht das anstehende Gespräch mit dem schwierigen Kunden vor Augen zu haben oder den zeitlichen Stress, weil man für die morgige Sitzung noch die Präsentation vorbereiten muss. Dann verschieben sie lieber das Denken über neue Lösungsansätze.

Oft werden wir vom schlechten Gewissen geplagt, wenn wir „so unproduktiv“ rum sitzen, gerade wir Münsterländer. Aber oft ist eine gute Idee mehr wert, als ein ganzer Monat intensiver Arbeit. Und nicht alle Ideen müssen von Ihnen kommen. Geben Sie Ihren Mitarbeitern/innen die Möglichkeit zur Kreativität. Und zeigen Sie ihnen, wie Sie neue Ideen schätzen.

Wir wünschen Ihnen gute Gedanken.

Herzlichst
Ihr Andreas Brill
Geschäftsführer


„Kreativität erfordert den Mut, Sicherheiten los zu lassen“
Erich Fromm