Es soll sie noch geben – die Flure mit Einzelbüros links und rechts, in denen man am Morgen verschwindet und zum Feierabend herauskommt. Ausgestattet mit einem Schreibtisch, PC und Zimmerpflanze. Nicht zu vergessen die Fotos der Familie auf dem Schreibtisch und der Rollladenschrank mit Akten im Rücken.

Sieht so das Büro aus, in dem sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wohl fühlen? Effizient arbeiten? Kreative Höchstleistungen bringen? In der heutigen Zeit sicher nicht mehr.

Schneller, mobiler, digitaler. Die Welt, wie wir sie kannten, verändert sich massiv. Digitalisierung verändert Wertschöpfung und die Art der Arbeit gewaltig. Globalität, Flexibilität, Agilität – die Anforderungen an Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen steigen immer weiter an. Allerdings sind die Arbeitsmittel, die ihnen zur Verfügung gestellt werden, oft noch die aus dem letzten Jahrhundert. Und da reicht es auch nicht, einen Kickertisch im Pausenraum aufzustellen, um sich so einen modernen Anstrich zu geben.


Vor einigen Monaten war ich zu einem Treffen der Grenzhoppers, bei denen sich der AIW Unternehmensverband auch engagiert, im Gemeentehuis Oost Gelre in Lichtenvoorde, dem Rathaus. An einen historischen Bau wurde eine optisch passende moderne Erweiterung angebaut.

Die Sitzung fand im Trauzimmer statt. Nicht in einem historischen Trauzimmer, wie wir es in Deutschland oft kennen, sondern in einem supermodernen, passend designtem Raum. Vom Rednerpult über die Sitzmöbel bis zu Beleuchtung. Aber die eigentliche Überraschung ergab sich bei einem kurzen Rundgang in der Verwaltung. Großzügige, offene Bereiche (open spaces) mit freien Schreibtischen, verglaste Konferenzräume, eine als solche nicht zu erkennende Kantine, in der man auch Meetings abhalten kann – ein Rathaus, wie ich es in Deutschland nicht kenne.

Hier wurde das Thema modernes Büro umgesetzt. Das funktioniert nicht nur bei den Paradebeispielen Google oder Apple. Oder den jungen Start Ups der IT Szene. Sondern in diesem Fall auch in einem Rathaus.

Respekt!

Fotos: Andreas Brill

Aber man hat dort richtig erkannt, dass die heutige Form des Arbeitens andere Umgebungen braucht. Zum Arbeiten in agilen Teams gehören auch agile Räume oder, da der Raum nur bedingt agil sein kann, unterschiedliche Räume, die zu den Teams und den Aufgaben passen. Zur erwarteten Kreativität gehören auch Räume, in denen sich Kreativität entfalten kann. Und zum Nachdenken über Problemlösungen muss auch der Rückzug in eine Ruhezone möglich sein. Ruhige Lounges dienen nicht nur der Entspannung, sondern fördern auch die kleine Runde zum Brainstorming.

Auch Phasen des Nichtstuns gehören zum Büro von Morgen. Damit ist das entschlossene Ausruhen gemeint. Ausruhen, um gedankliche Freiräume zur Ideenfindung zu ermöglichen. Wer von früh bis spät Vorfälle abarbeitet, kann nicht gleichzeitig kreativ sein.


Dazu auch unser Leitthema im März-Newsletter mit dem Titel „Was machen kreative Menschen anders?“  


Das Arbeiten hat sich verändert – erst ein Meeting, direkt daran anschließend die Kreativsession, Phasen des Recherchierens und Lernens, das Planen und Entwickeln von kreativen Lösungen wechseln sich ab mit Phasen intensiver Kommunikation mit Kunden oder Kollegen, teilweise weltweit. Videokonferenzen sollten, insbesondere, wenn sie mit Kunden stattfinden, ein entsprechendes Umfeld haben.

Die Anforderungen an das Büro von Morgen, eigentlich schon von heute haben sich also intensiv verändert. Das Büro ist nicht verschwunden, es entwickelt sich zu etwas völlig anderem.

Hinzu kommt noch ein weiterer, softer Faktor. Wurde in der Vergangenheit in Produktionsbereichen immer wieder daran gearbeitet, Arbeitsprozesse zu optimieren, wurde im Bereich der Verwaltung selten über die optimale Nutzung der Ressourcen nachgedacht.

Aber Menschen, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen sind leistungsfähiger und leistungsbereiter. Das wusste bereits Henry Ford. Und trotzdem wurde es in der Vergangenheit selten berücksichtigt.

„Die Unternehmen müssen Rahmenbedingungen schaffen, die die Eigenverantwortung der Mitarbeiter stärken und sie damit so produktiv und kreativ wie möglich sein zu lassen.“
(Gloria Alvaro, Coach)

Moderne Arbeit zeichnet sich heute nicht mehr nur mit einem möglichst hohen Einsatz digitaler Informationstechnologien aus, sondern durch eine entsprechende Arbeitsinfrastruktur, die Teamarbeit und Produktivität, aber auch die individuelle Tätigkeit unterstützt.

Bei der Gestaltung gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Es sind neben den multifunktionalen Möbeln auch die Farbtongebung, der natürliche Lichteinfall und Möglichkeiten zur Bewegung, aber auch zur Ruhe. Das ist positiv für die Mitarbeiter, aber auch positiv für das Unternehmen, denn die Folgen sind weniger Krankschreibungen. Menschen, die sich in ihrem Umfeld wohlfühlen, sind weniger gestresst und werden daher auch weniger krank.

Diese Wohlfühloffensive des modernen Büros bekommt auch eine strategische Bedeutung. Bürodesign ist auch ein Teil der Markenbildung. Und die wird im Kampf um die besten Köpfe und die knapper werdenden Bewerber und Bewerberinnen immer größer. Insbesondere bei jungen Leuten, für die nicht die Höhe des Gehalts oder der dickere Firmenwagen die ausschlaggebenden Kriterien sind.


Ein gutes Beispiel ist bei unserem Mitglied Industriebau HOFF und Partner GmbH in Gronau zu besichtigen. Oder Sie sprechen mit unseren Mitgliedern, die im Bereich der Büroausstattung aktiv sind. Sie finden Sie, wenn Sie auf unserer Homepage bei Mitgliedern „Büro“ in die Suchmaske eingeben.


Oder Sie kommen zum Unternehmerabendtreffen am 21.6.2018 bei Thies Bürotechnik GmbH & Co. KG.
Die Details dazu folgen in Kürze! Anmelden können Sie sich schon jetzt online hier.

Herzliche Grüße,
Ihr Andreas Brill