Interview mit Daniel Janning zur Technologie, die ganze Branchen umwälzen kann

Der C64 – ein echter Jugendtraum. Daniel Janning, Geschäftsführer bei der Kreishandwerkerschaft, erinnert sich gut, schließlich war der Computer auch auf seiner Wunschliste. Das war der Anfang einer neuen Ära mit damals kaum zu erahnenden Möglichkeiten. Der technologische Fortschritt raste unaufhörlich– und heute erleben wir mit dem 3D-Druck eine neue Branche, die ebenso viel Sprengkraft hat. Davon ist Daniel Janning zutiefst überzeugt. In einem Interview erklärt er uns, warum das Thema für ihn so wichtig ist.

D Janning

Daniel Janning, als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft beschäftigen Sie sich naturgemäß immer wieder mit neuen Potentialen und neuen technischen Möglichkeiten. Warum hat es Ihnen gerade der 3D-Druck so angetan?

Daniel Janning: Weil unsere Region technologisch weit vorne sein muss, um auch auf lange Sicht zukunftsfähig zu sein. Und ich bin davon überzeugt, dass für eine beeindruckende Mehrzahl der Unternehmen das Thema 3D-Printing die Zukunft bedeutet. Doch während die USA vorpreschen und auch unsere Nachbarn in den Niederlanden das Thema längst auf dem Zettel haben, ist es in unserer Region noch überraschend ruhig rund um das Thema. Zu ruhig für meinen Geschmack.

Woran liegt das, glauben Sie?

Daniel Janning: Beim Tagesgeschäft bleibt manchmal wenig Zeit für Visionäres, höre ich öfter. Außerdem schmunzeln einige noch über das Thema und die ersten Ergebnisse in Branchen wie Automotiv und Bau. Aber die Entwicklungsgeschwindigkeit in dem Bereich beeindruckt mich wirklich. Ein von Fachleuten oft genannter Vergleich: der momentane Stand des 3D-Drucks sei vergleichbar mit dem des C64: Die Entwicklung, die der Computer bis zum Smartphone in 25 bis 30 Jahren hingelegt hat, werde die Branche 3D-Druck bei weitem toppen. Die Experten rechnen damit, dass die gleichen, bahnbrechenden Entwicklungsschritte beim 3D-Printing in nur fünf bis sieben Jahren vollzogen werden. Das ist kaum zu glauben.

Unternehmen sind deshalb gut beraten, sich sofort und ohne Umschweife dem Thema zu widmen. Technik muss man kitzeln – man muss ausprobieren, um die Potentiale für das eigene Unternehmen auszumachen. Erst kürzlich war ich bei einem Metallbauer in den Niederlanden zur Unternehmensbesichtigung. Überall hatte ich Zutritt, nur bei seinem eigenen Forschungszentrum zum 3D-Druck blieb die Tür verschlossen. Das Thema hatte hier schon einen enorm hohen Stellenwert.

Ist das Thema schon jetzt ein lukratives für Unternehmen?

Daniel Janning: Ja! Ich würde das gar nicht darauf beschränken, dass in dem Thema Umsätze stecken. Das tut es auf lange Sicht bestimmt, aber der Knackpunkt ist für viele doch im Moment der: Kunden und Partner erwarten von Unternehmen, etwa aus dem Metall- und Kunststoffbereich, dass sie am Puls der Zeit agieren. Kunden ist es wichtig zu sehen, dass Innovationskraft im Unternehmen verankert ist –  das macht gute Unternehmen doch aus. Zunächst können 3D-Themen also Leuchtturmprojekte sein, aus denen ganz sicher neue Ansätze entstehen.

Einfach anfangen also?

Daniel Janning: Absolut! Das ist das Klügste, was man im Moment tun kann. Es muss auch nicht direkt die beste Maschine sein. Um zu lernen und das Thema für sich zu entdecken, tun es auch kleinere Geräte, die schon bei 500 Euro aufwärts anfangen.

Was ist Ihr Lieblingsbeispiel, wenn es um das Thema geht?

3D-Druck treibt gerade Blüten, die für einige skurril klingen mögen. Im Fast-Food Bereich gibt es in den USA etwa erste Beispiele für Essen, das gedruckt wird. Absolut spannend.  Aber ich möchte da gar nicht vorweg greifen: denn genau solche Beispiele werde ich beim AIW Kongress im Gepäck haben. Ich freue mich dann mit den Unternehmen der Region über das Thema zu diskutieren. Es lohnt sich!

Vielen Dank, Daniel Janning.

 

Wer beim AIW-Kongress am 27. August dabei sein will, hat jetzt noch die Möglichkeit sich anzumelden. Das vollständige Programm des Kongresses finden Sie hier.